CBD bei Epilepsie? – Klinische Studien decken auf

CBD bei Epilepsie? – Klinische Studien decken auf 1

Bei meiner Recherche über die Wirkung von CBD suche ich als erstes bei Google Scholar – quasi Google nur mit wissenschaftlichen Artikeln. Dabei lese ich häufig, die Einnahme von CBD solle bei vielen Krankheitsbildern eine positive Wirkung haben. So heißt es, CBD sei unter anderem schmerzlindernd, helfe bei Migräne, Depressionen und Schlafstörungen.

Sucht man bei Google Scholar nach „Cannabidiol Epilepsy“, trifft man auf über 7.000 Ergebnisse. Bei vielen von denen handelt es sich um klinische Studien über die Wirksamkeit von CBD bei Epilepsie.

Was ist Epilepsie überhaupt?

Spricht man von Epilepsie, so handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die in sehr unterschiedlichen Erscheinungsbildern auftreten kann. Dabei treten bei dem Patienten häufiger epileptische Anfälle auf. Grund der epileptischen Anfälle sind vorübergehende Funktionsstörungen im Gehirn, bei der die Nervenzellen übermäßig aktiviert werden.

CBD bei Epilepsie? – Klinische Studien decken auf 2

Da es viele verschiedene Epilepsie-Formen gibt, kann man in der Regel nicht von „Der einen“ Epilepsie reden, sondern gibt es viele verschiedene Epilepsien. Dabei unterscheidet man die verschiedenen Epilepsien nach der Art ihres Ursprungs und nach der Ursache der Anfälle.


Das „Dravet Syndrom“

Das sogenannte „Dravet Syndrom“ ist ebenfalls eine Form der Epilepsie. Es wird auch „schwere myoklonische Epilepsie des Kindesalters“ genannt. Schätzungsweise 120.000 – 140.000 Menschen leiden unter der Erkrankung, wobei Jungen häufiger betroffen sind als Mädchen. Bei dieser Art der Epilepsie tritt der erste epileptische Anfall bei einem anfangs gesunden Kind zwischen dem 3. und 9. Lebensmonat auf.

Problematisch ist das Dravet Syndrom vor allen Dingen auch deshalb, weil die Anfälle oft sehr lange andauern und kaum zu durchbrechen sind, dass auch eine Notfallmedikation häufig nicht zur Besserung führt.

Kindern mit Dravet-Syndrom konnte mit CBD geholfen werden

Laut einer Studie von Devinsky et al. (2017) konnte die Anzahl der Anfälle durch eine Dosierung von 20 mg CBD/kg-Körpergewicht (zusammen mit der Standardmedikation) signifikant reduziert werden. Dabei wurden 120 Kinder mit Dravet-Syndrom mit CBD oder mit Placebo behandelt.

Die Anfälle von 43% der Kinder, die mit CBD behandelt wurden, konnten um mindestens 50% reduziert werden. Dagegen waren es bei der Placebo-Gruppe nur 27% der Kinder, deren Anfälle um mindestens 50% reduziert werden konnte.
Des Weiteren erlitten 5% der CBD-Gruppe keinen Anfall, im Vergleich zur Placebo-Gruppe, bei der alle Patienten mindestens einen Anfall erlitten haben.

Auch weitere Studien haben die positive Wirkung von CBD bei Epilepsie bestätigt. Unter anderem eine Studie von Devinsky et al. (2016), in der 214 Patienten 12 Wochen lang eine Medikation mit bis zu 50mg CBD/kg Körpergewicht erhielten, oder eine weitere Studie von Tzadok et al. (2016), in der 74 Patienten durchschnittlich 6 Monate lang mit CBD behandelt wurden mit einer Dosierung von 1-20mg CBD/kg Körpergewicht.

Alles schön und gut – aber soll man das glauben?

Besonders beeindruckt hat mich ein Video, das mir gezeigt wurde. Auf YouTube kann man 44 Sekunden lang beobachten, wie ein Kind einen epileptischen Anfall erleidet und wie sich der Anfall dank CBD verbessert. Schaut es euch einfach selbst an.

Quellen

  • Büechi, S. (2017). Wirksamkeit von Cannabidiol: Klinische Studien mit Cannabidiol und Cannabidiol-haltigen Extrakten. Schweizerische Zeitschrift für Ganzheitsmedizin/Swiss Journal of Integrative Medicine, 29(6), 367-371.
  • Devinsky O, Cross JH, Laux L, et al: Trial of cannabidiol for drug-resistant seizures in the Dravet syndrome. N Engl J Med 2017; 376: 2011–2020.
  • Devinsky O, Marsh E, Friedman D, et al: Cannabidiol in patients with treatment-resistant epilepsy: an open-label interventional trial. Lancet Neurol 2016; 15: 270–278.
  • Tzadok M, Uliel-Siboni S, Linder I, et al: CBD-enriched medical cannabis for intractable pediatric epilepsy: the current Israeli experience. Seizure 2016; 35: 41–44.
  • https://dravet.de/dravet-syndrom
  • https://www.epilepsie-vereinigung.de/epilepsie/krankheitsbild/
  • https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/was-ist-epilepsie/formen-der-epilepsie

Wichtige Hinweise

Wie immer dient dieser Artikel ausschließlich der allgemeinen Wissensweiterleitung. Ich kann keine Informationen zur Behandlung, Diagnose noch zur Heilung oder Verhütung von Krankheiten geben. Alle Informationen stammen aus sorgfältiger Literaturrecherche und werden mit bestem Gewissen hier aufgeführt.
Alle hier genannten Informationen ersetzen nicht eine fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und dürfen nicht als Fundament zur eigenständigen Diagnose oder Anfang, Veränderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten angewendet werden. Setzen Sie sich bei allen gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden grundsätzlich zuerst mit einem Arzt Ihres Vertrauens in Verbindung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: